Stiftskirche St.Materniani et St.Nicolai Bücken


Am 2./3. September  hieß es: „Ohne Thesen nix gewesen!“ 


Am 22. Mai wurden die Puzzle-Teile, die Hartwig Riedemann vom VVV erstellt hat, ausgegeben.   

Und das ist aus den Puzzleteilen geworden:

                       
 



Das erste Septemberwochenende ist in Bücken für das alljährliche Kulturspektakel reserviert. In diesem Jahr stand das 500-jährige Reformationsfest im Mittelpunkt der Aktionen am 2. und 3. September.

Eröffnet wurde das Programm am Samstag um 17 Uhr in der Kirche mit zwei  Chören aus der Region: „Haste Töne“  trugen unter der Leitung von Renata von Lingen ein weit gespanntes Programm von Renaissance-Liedern bis zeitgenössischer Weltmusik vor, darunter auch ein von der UNESCO prämiiertes Lied aus Nordkorea. Der Chor „Blattgold“, professionell von Frauke Buchroth angeleitet, brachte Schlager, Volkslieder und  Madrigale mit einem neuen frischen Anstrich zu Gehör.

Im November 2016 traf sich erstmals die Vorbereitungsgruppe aus Dorfgemeinschaften, Vereinen und Institutionen unter der Federführung der Kirchengemeinde, vertreten durch Kirchenvorsteherin Karin Sporleder und Pastor Paul-Gerhard Meißner. In den monatlichen Treffen wurden Ideen entworfen und diskutiert, die Aufgaben besprochen und verteilt.

Unter dem Titel „Ohne Thesen nix gewesen“ sollte an die Bedeutung der Zeitenwende vor 500 Jahren und gleichzeitig an ihre Aktualität für die Gegenwart erinnert werden. Zahlreiche Aktionen und überraschende kulinarische Besonderheiten wurden für Samstag und Sonntag, 2. und 3. September, auf dem Bücker Kirchplatz geplant.
Einen besonderen Schwerpunkt nahm dabei die Musik ein. Lokale Sangeskraft war durch zwei Bücker Chöre ab 17 Uhr zu hören.

Dann begann das Spektakel offiziell, das bis kurz vor Mitternacht dauern wird. Auf dem Platz mit der Bühne wurde  anschließend das Kirchspiel-Puzzle (entworfen vom VVV Bücken) vorgestellt.  Jeder Ort des Kirchspiels hatte die Aufgabe ein Puzzleteil zu gestalten  und nun wurden sie präsentiert und zu einem beeindruckenden Bild zusammengesetzt, das die Umrisse des Gesichts Martin Luther zeigte. Anschließend wurden alle Gäste ermuntert, ihre Sangeslust beim beliebten „Rudelsingen“ selbst zu erproben, das von Frauke Buchroth und ihrem Sohn Jonas angeleitet wurde.

Die Stände füllten sich rasch und die von der Firma Schlesselmann ausgeliehenen Paletten-Möbel verliehen dem Platz ein besonders Ambiente, der am Abend wieder durch die bewährte Beleuchtung zusätzliche Ausstrahlung gewann.                                                                              Gegen 20.00 h begann die Schauspielerin Elisabeth Haug „Die Tischreden der Katharina Luther“ vorzutragen. Viele Zuhörer folgten den anregenden Passagen der Künstlerin, die einen Bogen in die heutige Zeit schlug.                                                                                     Danach folgte auf der Bühne der Auftritt von „Erster Detektiv & The Funky Groove Movement“. Justus Czaske (Saxophon) und Jonas Buchroth (Gesang, Piano) brachten mit einigen Mitstudenten erfrischende und groovige Klänge in den Abendhimmel und sorgten für eine entspannte Atmosphäre. Auch Speisen aus der Lutherzeit gab es zum Probieren, zB am Stand des Schützencorps Bücken, der Erbsenbrei mit Bratfisch anbot. Das lokal hergestellt „Eselsbräu“ wurde reichlich ausgeschenkt.

Einen weiteren Höhepunkt steuerte in der Kirche die Gruppe „ChoralConcert“ aus Rostock bei, die mit ihrer durch Musik, Schauspiel und Lichtinszenierung das Stück „Ich, Martin Luther“ aufführten und einen spannenden Einblick in seinen Werdegang boten. Besonders die Auseinandersetzung Luther’s mit seinem Vater stand im Mittelpunkt und zeigte dadurch viele aktuelle Anstöße. Die Sprechszenen wurden durch die neu komponierten Choräle Luthers  kommentiert.  Bei diesem 90minütigen Akt waren ca 100 Besucher in der Kirche anwesend.

Der alte Marktplatz war gefüllt, als am Sonntag bei strahlendem Wetter draußen auf dem Kirchplatz auf der Bühne um 11 Uhr der Gottesdienst begann, gestaltet von Pastor Meißner und dem Künstler Henning Diers. Während der Predigt entstand ein sog. „Gnadenkuchen“ als Thesenbild, der anschließend an die Anwesenden verteilt wurde. Musikalisch waren die Flötengruppe unter Leitung von Silke Meyer und der Posaunenchor unter der Leitung von Jörg Schäfer vertreten.

Kirchenvorsteherin Karin Sporleder war maßgeblich an den Vorbereitungen beteiligt und freute sich riesig auf die Eröffnung.

Anschließend ging es weiter bei Begegnung und „Tischgesprächen“ beim Mittagessen, begleitet von der Jugendband „Just!“ aus Hoya. Gleich um 12 Uhr hatte die 3. Klasse der GS Bücken eine alte Tür an die Kirchenwand gestellt und dort präsentierten die Schülerinnen und Schüler im Beisein von Pastor und Bürgermeister ihre aktuellen Thesen, zB zur Straßenverkehrssicherheit, zu Krieg und Frieden, zu Rücksichtnahme auf Kinder usw. Jedes Kind hämmerte dann seine These an die Tür…

Der Luftballonstart des MTV Bücken auf dem Platz vor der Kirche mit der Aktion „Meine These für dich“ bildete den Schlusspunkt des vielseitigen Spektakels: Thesenkarten konnten an die Luftballons geknüpft werden und der gemeinsame Start auf dem Platz vor der Stiftskirche unter strahlend blauem Himmel konnte nicht besser gelingen. Begleitet vom Glockenläuten stiegen die Ballons weit in den Himmel hinauf.

Das Kirchspiel-Puzzle trat in den Wochen danach eine Rundreise durch die Dörfer an und konnte bei den Erntefesten beguckt werden.

Ein Angebot für Jugendliche war die Kunstaktion von Atelier Hirndorf: „Gott und die Gottesbilder“.  Die entstandenen Bilder wurden ausgestellt und später in einem Gottesdienst aufgenommen.

In einem Nachtreffen waren sich alle Beteiligten einig, dass es ein gelungenes Wochenende, ermöglicht durch ein wiederum beeindruckenden Engagement vieler ehrenamtlicher Kräfte war.

Die Presse berichtete ausführlich über dieses Geschehen, dass die Dörfergemeinschaften, Vereine und Institutionen einander näher brachte.


Die Schauspielerin Elisabeth Haug auf der Bühne auf der Bühne des Marktplatzes

Die Berliner Schauspielerin Elisabeth Haug schlüpfte in die Rolle der ehemaligen Nonne Katharina von Bora. Als gebildete und des Lateins mächtige Ehefrau von Martin Luther, stellt sie selbstbewusst und feinsinnig ihre weibliche Sicht auf das Zeitgeschehen dar. Dabei zeigte die lebenskluge Partnerin des großen Reformators eine natürliche Geistigkeit und tiefe weibliche Urteilskraft, wenn sie gleichsam beim Suppe-Rühren über Armut, Gehorsam oder das Werk ihres Mannes sinnierte.

Viele waren gekommen, um bei trockenem Wetter das Programm zu genießen.

Frauke Buchroth und Musikstudent Jonas Buchroth motivierten zum Mitsingen.


NACHTKIRCHE. ChoralConcert  führt  um 22 Uhr die  90minütige spannend-musikalische Darbietung „Ich, Martin Luther“ auf.

Drei hochkarätige Musiker aus Rostock und ein Schauspieler aus Berlin spielen und singen Wegstationen Martin Luthers in einer speziell dazu illuminierten Kirche