Stiftskirche St.Materniani et St.Nicolai Bücken

Der Kreuzweg

Die Entstehung des Bücker Kreuzweges

Die Stiftskirche St. Materniani et St. Nicolai hat eine lange und wechselvolle Baugeschichte, die sich in vier Abschnitten vom 11.- 14. Jahrhundert hinzog. Diese Kirche, die Georg Dehio als "die ansehnlichste romanischen Stils im unteren Wesergebiet" bezeichnete, wurde immer wieder für kommende Generationen erhalten. Jede Epoche hat dabei ihre Kunstvorstellungen in den Kirchenbau eingebracht. Die letzte umfassende Ausgestaltung geschah im vorigen Jahrhundert durch Adelbert Hotzen. Die Vielfalt der Stile macht den besonderen Reiz unserer Kirche aus.
Als von September 1997 bis Oktober 1998 die Kupfer-bedachung der beiden Kirchtürme abgetragen und erneuert wurde, kam der im Kirchspiel ansässige Künstler Pablo H. Hirndorf auf die Idee, die alten Kupferplatten mit ihren Witterungsspuren zu verwerten. Daraus resultierte das Projekt "Coming down". Teile davon waren bei der Einweihungsfeier der beiden Türme der Kirche zu sehen. Daraus erwuchs der Gedanke, in den Seitenschiffen einen Kreuzweg zu installieren, der aus dem alten Turmkupfer entstehen soll. Wir möchten mit dem Thema "Kreuzweg2000" unserer Kirche einen weiteren künstlerischen Stempel aufdrücken als Dank für die Erhaltung der Stiftskirche und als Wegweisung in das neue Jahrtausend.

Zahlreiche Spenden machten die Verwirklichung dieses Projektes möglich. Das Kunstreferat der Landeskirche Hannovers gab grünes Licht und steuerte selbst die Kosten für eine Station bei. Die örtlichen Banken, Firmen, Einzelpersonen und Kollekten in Gottesdiensten trugen zur Finanzierung bei. Alle Sponsoren werden auf einer Tafel namentlich dauerhaft aufgeführt.

Der Künstler

Quelle: Pablo H. Hirndorf
Pablo Holger Hirndorf

1963 geboren in Altenbücken

1982 Abitur in Nienburg

1992 Meisterschülerabschluss des Studiums Freie Kunst an der FH Hannover

1993 Ateliergründung in Warpe, Landkreis Nienburg, Niedersachsen

Überregionale Ausstellungen und Beteiligungen an Kunstaktionen.

Aufträge im privaten-,kirchlichen- und öffentlichen Raum.

2007 Kulturpreisträger des Landkreises Nienburg, ausgezeichnet von der Neuhoff- Fricke- Stiftung.

Anschrift:

Atelier Hirndorf, Warpe Nr 43, 27333 Warpe

Tel/Fax: 05022-1711

e-mail: atelier-hirndor@gmx.de

www.atelier-hirndorf.de

https://de.wikipedia.org/wiki/Pablo_Hirndorf

Der Künstler zum Projekt:

Seitens des Kirchenvorstandes wurde an mich der Gedanke herangetragen, die 14 Kreuzwegstationen, den Weg Jesu von der Verurteilung bis zum Kreuz, auf Altkupfer vom Kirchturm darzustellen. Dabei ist an eine feste Installation der Tafeln in den Seitenschiffen der Stiftskirche gedacht. Diese Idee ist für mich einegroße künstlerische Herausforderung. Ich bin mir der Schwierigkeit voll bewußt, die darin besteht, diesem klassischen Thema inhaltlich und künstlerisch etwas hinzuzufügen, das neue Blickwinkel eröffnet auf die Passion und gleichermaßen in Beziehung tritt mit dem Ort "Stiftskirche Bücken". Diese Arbeit muß ein lebendiges Zusammenspiel sein zwischen der Stofflichkeit und Gegenständlichkeit der Objekte mit dem örtlichen Raum. Kupferblech- ein Stück Kirche als Objekt und Bildträger im Kirchenraum. Ein Detail des Ganzen und das Ganze wiederum als Detail in der bildnerischen Darstellung. Technisch gestaltet in Collage - un d Mischtechnik, der Arbeitsweise, die ich mir 1997 im Umgang mit dem Material Altkupferblech erarbeitet habe: Spurensuche in der Patina der Bleche, Kombination mit Fotofragmenten, Unter-malungen - Übermalungen. Aus diesem intuitiven Prozess könnte auch diesem althergebrachten Themen-komplex etwas Neues Einzigartiges entstehen. "Brecht diesen Tempel ab, in drei Tagen will ich ihn errichten," sagte Jesus vor seiner Verurteilung. Dieses Wort möchte ich "Bild" werden lassen im Hintergrund des Kreuzweggeschehens.

Jede Tafel wird das Abtragen des Turmdaches in verschiedenen Phasen und Perspektiven bildlich zeigen, bis zur Erneuerung des Kupfers (des Verbindungsleiters) in der letzten Station - der Auferstehung. Die Turmdacherneuerung und der Ort Bücken verschmelzen so mit der Passion Jesu in den einzelnen Wegstationen und eröffnen eine neue beziehungsreiche Sicht auf den Kreuzweg als eine Erneuerung der Verbindung zwischen Erde und Himmel - zwischen uns und Gott.

Projekte rund um den Kreuzweg

Ökumenischer Jugendkreuzweg 2015

Im Jahr 2015 wurde "unser" Kreuzweg für den ökumenischen Kreuzweg der Jugend ausgewählt.

Über den Link gelangen Sie zu den Ansichten und Absichten des ökumen. Jugendkreuzweges

http:///www.jugendkreuzweg-online.de/

Der Journalist und Filmemacher Jürgen Gutowski hat das Projekt filmisch festgehalten. Unter folgendem Link können Sie den Film einsehen.
Von Gethsemane nach Golgatha - Den Kreuzweg gemeinsam gehen, betrachten, bewegen 2019
Das Kreuz – ein uraltes christliches Symbol - faszinierend und abstoßend zugleich. Ein Symbol, das viele Fragen auslöst. Unterwegs zum Kreuz - unterwegs zu einer Begegnung mit dem Kreuz, das ist die Ideeder Kreuzwege.
Seit einigen Jahren befindet sich in der Stiftskirche Bücken so ein Kreuzweg, der von dem Künstler Pablo Hirndorf geschaffen wurde.

An fünf Abenden in der Passionszeit sind wir den Passionsweg gemeinsam gegangen. Am ersten Abend hat der Künstler persönlich den Kreuzweg aus seiner Perspektive vorgestellt. An den weiteren Abenden luden verschiedene Gruppen der Gemeinde dazu ein, einzelne Stationen zu vertiefen und bei einer heißen Tasse Tee ins Gespräch zu kommen.